Die Befreiung der Malerei vom Zwang zur realistischen Darstellung
Die Fotografie nimmt mir den Reiz am naturalistischen Gemälde. Es gibt seit ihrer Erfindung keine soziale oder gesellschaftspolitische Notwendigkeit mehr für die realistische Darstellung der Welt mittels Pinsel, Farbe und Leinwand.
Mit Erfindung der Fotografie 1826 durch Niépce begann die Befreiung der Malerei.
Es brauchte nichts mehr für nachfolgende Generationen dokumentiert und festgehalten werden. Für mich war Daguerre (selbst Maler) einer der Befreier und Wegbereiter der modernen Malerei. Er und seinesgleichen entließen die Malerei aus ihrer Verpflichtung zur wirklichkeitsnahen Darstellung. Dies war zeitlich auch die Entlassung der Malerei in die große Freiheit, in eine Welt die irreal, surreal und abstrakt sein konnte. Eine Welt die jenseits normierter Realbezüge lag und liegt.
Ab jetzt hatte der Pinselstrich keiner sinnhaften Form mehr zu folgen.
