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Die Befreiung der Malerei vom Zwang zur realistischen Darstellung
Die Fotografie nimmt mir den Reiz am naturalistischen Gemälde. Es gibt seit ihrer Erfindung keine soziale oder gesellschaftspolitische Notwendigkeit mehr für die realistische Darstellung der Welt mittels Pinsel, Farbe und Leinwand.
Mit Erfindung der Fotografie 1826 durch Niépce begann die Befreiung der Malerei.
Es brauchte nichts mehr für nachfolgende Generationen dokumentiert und festgehalten zu werden. Für mich war Daguerre (selbst Maler) einer der Befreier und Wegbereiter der modernen Malerei. Er und seinesgleichen entließen die Malerei aus ihrer Verpflichtung zur wirklichkeitsnahen Darstellung. Dies war zeitlich auch die Entlassung der Malerei in die große Freiheit, in eine Welt, die irreal, surreal und abstrakt sein konnte. Eine Welt, die jenseits normierter Realbezüge lag und liegt.
Ab jetzt hatte der Pinselstrich keiner sinnhaften Form mehr zu folgen.
The Liberation of Painting from the Constraints of Realistic Representation
Photography robs naturalistic painting of its appeal for me. Since its invention, there has been no longer any social or sociopolitical necessity for the realistic representation of the world through brush, paint, and canvas.
The invention of photography in 1826 by Niépce marked the beginning of painting’s liberation.
There was no longer any need to document and preserve anything for future generations. For me, Daguerre (himself a painter) was one of the liberators and pioneers of modern painting. He and his peers freed painting from its obligation to depict reality. This also marked the release of painting into great freedom—into a world that could be unreal, surreal, and abstract. A world that lay — and still lies — beyond standardized references to reality.
From that point on, the brushstroke no longer had to follow any meaningful form.
Gedanken zu meiner Fotografie
Ich wollte nicht einfach nur technisch gute Bilder fotografieren.
Vielleicht habe ich deshalb auch so wenig in all den Jahren fotografiert.
Begriffe wie shooten gefielen mir nie. Ich fühlte mich nicht wie ein Jäger auf der Jagd nach dem guten Motiv. Ich habe viele Jahre gebraucht, um mit mir selbst in puncto Fotografie klar zu kommen.
Einfach etwas ablichten war mir nicht wichtig. Mir ging es da um mehr Sinnhaftigkeit.
Ich wollte auch nicht einfach etwas dokumentieren wie es war oder statt fand.
Die Werke von Hilla und Bernd Becher haben zweifelsfrei einen bedeutenden geschichtlich, dokumentativen Wert und sie werden zukünftigen Generationen sehr anschaulich einen Teil der deutschen sowie europäischen und amerikanischen Industriearchitektur vergangener Jahre mit ihren großformatigen Arbeiten näher bringen.
Meine fotografischen Arbeiten hingegen sind, soweit man sie als Dokumentation bezeichnen möchte, eher Dokumente meiner Empfindungswelten. Meine Fotografie ist kein passives Konservieren, sondern eher ein aktives Hinterfragen. Und wenn man möchte – ich gebrauche die Formulierung eigentlich nicht so gerne – auch eine philosophische Fotografie bei der die Sinnfrage immer ein wenig mit fotografiert.
Vergänglichkeit und Transformation sowie surreale Augenblicke im Hier und Jetzt spielen in meinen fotografischen Bildwerken eine sehr große Rolle. Sie zeugen von meiner eigenen Suche nach Sinn und mir selbst. Auch sie sind ein wenig Selbsttherapie und Hilfe auf meinem Weg zu mir.
Oft sind sie Ausdruck eines Hinterfragens meiner Ängste, Hoffnungen und Zuversicht.
Sie sind Sinnbilder meiner Gefühlswelten. Oft begleitet von einer mehr oder weniger diffusen Spiritualität.
Das Leben ist für mich ein Mysterium. Es lässt sich nicht einfach definieren.
Es ist Geburt und Tod zugleich. Entstehung und Zerfall. Ein prozesshaftes Wirken im ewigen Wandel.
Was mir beim Betrachten dieser allumfassenden Aufführung bleibt, sind meine Gefühle, Gedanken und mein Glaube, dass dies alles irgendwie Sinn macht.
So ist mir meine Fotografie ein ehrbares Mittel, mit ihr, ein wenig von dem auszudrücken, was mich als Wesen in diesem göttlichen Gesamtkunstwerk bewegt.
Thoughts on My Photography
I didn’t want to simply take technically good pictures.
Perhaps that’s why I’ve taken so few photos over the years.
I never liked terms like “shooting.” I didn’t feel like a hunter on the hunt for the perfect subject. It took me many years to come to terms with myself when it came to photography.
Simply capturing an image wasn’t important to me. I was looking for something more meaningful. Nor did I want to simply document something as it was or as it happened.
The works of Hilla and Bernd Becher undoubtedly have significant historical and documentary value, and their large-format photographs will vividly convey to future generations a part of German, European, and American industrial architecture from years past.
My photographic works, on the other hand — insofar as one might call them documentation — are more like records of my emotional worlds.
My photography is not passive preservation, but rather active questioning. And if you will — though I don’t really like to use that phrase — it is also a form of philosophical photography in which the question of meaning is always captured to some extent.
Transience and transformation, as well as surreal moments in the here and now, play a very significant role in my photographic works.
They bear witness to my own search for meaning and for myself. They, too, serve as a form of self-therapy and a guide on my journey toward self-discovery.
Often, they are an expression of my exploration of my fears, hopes, and confidence.
They are symbols of my emotional worlds, often accompanied by a more or less diffuse spirituality.
For me, life is a mystery. It cannot be easily defined.
It is both birth and death. Creation and decay. A process of constant change.
What remains with me as I contemplate this all-encompassing spectacle are my feelings, thoughts, and my belief that all of this somehow makes sense.
Thus, my photography is an honorable means for me to express, through it, a little of what moves me as a being within this divine total work of art.
Bildsprache
Archaische Bildsymboliken sowie dynamische Farbverläufe sind häufige Elemente meiner Zeichen / malerischen Bildsprache. Ihr intuitiver und ursprünglicher Prozess stehen in meinem Werk wesentlich für Magie, Mystik und Zauber. Für mich hat es immer etwas von Trance, wenn ich mich tief auf auf meine Empfindungen einlasse und die daraus sich entwickelnden Reflexionen als Antwort reaktiv zu Papier bringe.
Striche und Linien kreuzen sich, überschneiden und schwingen meinen Gefühlen gleich durch Raum und Bewusstsein. Sie sind Ausdruck eines vielfältigen Seins. Zacken stören mitunter die Harmonie. Farbe fließt. Verliert Kontur! Formfindung findet statt. Tod und Geburt auf weißem Papier!
Kreise verharren, drehen sich, weichen einander aus. Ein Vor und Zurück. Rauf und Runter. Es ist ein ewiges Spiel von Zeit, Raum und Transformation. Ein Suchen und Finden. Mein Suchen und mein (mich) Finden! Freude und Leid. Hoffnung und Enttäuschung. Glück und Schmerz.
Einmal zart, dann wieder hart. Einmal Hell, dann wieder Dunkel. Eine sich selbst erschaffende Struktur im ewigen Fluss der Geschehnisse. Ein Punkt im Ungewissen! Ein Stern am Himmel. Ein Kreuz im Herzen.
Verstanden als Stopp, als kraftvolles inne halten. Hinweis auf ein Hier und Jetzt.
Manchmal ist es wie die Suche nach Freiheit in einem Käfig ohne Wände. Ein Schrei in lautloser Stille!
Geist, Seele, Farbe, Papier verschmelzen zu einem Dokument innerer und äußerer Verbundenheit. Ein Composit aus Empfindung, Raum und Geschehen!
Beim Malen und Zeichnen sind mir Techniken recht egal. Prozesse hingegen nicht. Ich male mit allem, was mir gefällt. Kohle, Aquarell, Acryl, Buntstiften, Kreide, Lasuren, Tinte und vielem mehr.
Farbaufträge erfolgen partiell auch gerne pastös. Das verstärkt mir den Bildklang und fördert die Plastizität des Werkes.
Wenn ich meine Bilder ansehe, dann erzeugen sie nicht selten Melodien in mir.
Sie geben meinem Leben einen Sinn. Ich bin ihre Mutter und ihr Vater und gebäre sie. Im universellen Einklang sind sie mir Zeichen und Wegbegleiter. Trösten mich in schmerzlicher Zeit und heilen meine emotionalen Wunden. Es sind Zeugnisse meines Daseins und aktive Kommunikation mit Gott – oder wie wir das große Wunder auch immer bezeichnen möchten.
Sie sind sichtbarer Teil meines Wesens geworden. Und dafür danke ich!
Wer es noch analytischer mag, dem empfehle ich Kandinskys Buch – „Punkt und Linie zu Fläche“.
Visual Language
Archaic visual symbolism and dynamic color gradients are common elements of my drawing and painting style. The intuitive and primal nature of this process is central to the magic, mysticism, and enchantment found in my work. For me, there’s always something trance-like about it when I immerse myself deeply in my sensations and reactively capture the resulting reflections on paper.
Strokes and lines intersect, overlap, and, like my feelings, oscillate through space and consciousness. They are an expression of a multifaceted existence. Jagged edges sometimes disrupt the harmony. Color flows. It loses its contours! Form takes shape. Death and birth on white paper!
Circles linger, spin, and evade one another. A back-and-forth. Up and down. It is an eternal interplay of time, space, and transformation. A search and a discovery. My search and my discovery of myself! Joy and sorrow. Hope and disappointment. Happiness and pain.
Sometimes tender, then harsh again. Sometimes light, then dark again. A self-creating structure in the eternal flow of events. A point in the unknown! A star in the sky. A cross in the heart.
Understood as a pause, as a powerful moment of stillness. A reminder of the here and now.
Sometimes it’s like searching for freedom in a cage without walls. A cry in soundless silence!
Mind, soul, colour, and paper merge into a testament to inner and outer connectedness. A composite of sensation, space, and action!
When it comes to painting and drawing, I don’t really care about techniques. Processes, on the other hand, are everything to me. I paint with whatever I like: charcoal, watercolor, acrylic, colored pencils, chalk, glazes, ink, and much more.
I also like to apply paint in a pasty manner in some areas. This enhances the visual resonance of the image and adds plasticity to the work.
When I look at my paintings, they often evoke melodies within me.
They give my life meaning. I am their mother and father, and I give birth to them. In universal harmony, they are my signs and companions. They comfort me in times of pain and heal my emotional wounds. They are testimonies to my existence and active communication with God—or whatever name we choose to give to this great miracle.
They have become a visible part of my being. And for that, I am grateful!
For those who prefer a more analytical approach, I recommend Kandinsky’s book—“Point and Line to Plane.”
GEMÄLDE SEELENWERK DOKUMENTATION | ENTSTEHUNG DER ERSTEN PHASE
(VIDEO)
Zu sehen ist die erste Phase der Entstehung des Gemäldes SEELENWERK.
Hierbei wurden die grundlegenden Formen aufgebracht und dem Werk seine impulsive aber auch meditative Dimension und Richtung mitgegeben. Im Atelier wurden anschließend die Grundlagen noch verfeinert, belebt, ergänzt und final fertig gestellt.
PAINTING “SEELENWERK” DOCUMENTATION | CREATION OF THE FIRST PHASE
(VIDEO)
This video shows the first phase of the creation of the painting “SEELENWERK.”
During this phase, the basic forms were applied, giving the work its impulsive yet meditative dimension and direction. The foundational elements were then further refined, enlivened, supplemented, and finally completed in the studio.

Loslassen
Ich meine gelesen zu haben, dass der amerikanische Künstler Cy Twombly (1928-2022 / namhafter Vertreter des abstrakten Expressionismus) sich häufig schwer damit tat, seine Werke endgültig zu beenden.
Da nahm so manch ein Käufer seine Arbeiten von der Wand um zu verhindern, das Cy Twombly später vorbei kam um daran noch einmal weiterzuarbeiten.
Loslassen zu können war also auch ein Thema für Cy Twombly.
Ähnlich ergeht es wohl auch anderen bildenden Künstlern. Wann ist eine Arbeit wirklich beendet und ausgereift? ….. so dass der Künstler zufriefen sein Werkzeug beiseite zu legen vermag. Ich jedenfalls kann Cy Twombly sehr gut verstehen, wenn er versuchte seine Bilder auch im Nachhinein noch zu optimieren.
Ich vergleiche da Gemälde sowie Zeichnungen gerne mit Wein. Es gibt junge, frische Weine und gut gereifte Sorten. Die älteren benötigen Zeit um ihr volles Bouquet zu entwickeln, so wie manches Bild es ebenfalls braucht. Und da kann es passieren, dass der Künstler noch Jahre später auf sein Werk und dessen Reifeprozess Einfluss nehmen möchte.
Ein wenig Besessenheit gehört nun einmal zur Kunst dazu!
Anmerkung:
Wer einen Eindruck von Cy Twombly´s Gemälden in Deutschland erhalten möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Museum Brandhorst in München.
(Dauerausstellung seit dem 01. Juni 2019)
Letting Go
I seem to recall reading that the American artist Cy Twombly (1928–2022 / a prominent figure in Abstract Expressionism) often struggled to bring his works to a definitive conclusion.
As a result, more than a few buyers took his works off the wall to prevent Cy Twombly from coming by later to continue working on them.
So, being able to let go was also an issue for Cy Twombly.
Other visual artists likely experience something similar. When is a work truly finished and fully developed? … so that the artist is able to bring himself to set his tools aside. In any case, I can understand Cy Twombly very well when he tried to refine his paintings even after they were completed.
I like to compare paintings and drawings to wine. There are young, fresh wines and well-aged varieties. The older ones need time to develop their full bouquet, just as many paintings do. And so it can happen that, even years later, the artist still wants to influence his work and its maturation process.
A little obsession is simply part of art!
Note:
If you’d like to get a sense of Cy Twombly’s paintings in Germany, I recommend a visit to the Museum Brandhorst in Munich.
(Permanent exhibition since June 1, 2019)
Oh Afrika !
Das Bild GHANA steht exemplarisch wie auch andere meiner Werke für meine Liebe und Achtung vor der afrikanischen, bildenden Kunst, wenn mir hier eine kurze ethnologische Kunstbetrachtung in Kürze gestattet sei.
Afrikas Kunst lebt aus ihrer Geschichte. Aus ihrer spirituellen, archaischen Kraft. Es sind die Erzählungen aus langer Tradition und Überlieferung. Es sind ihre Formen und Farben. Voller Kraft und Stärke. Es sind Ihre Zeichen und Symbole. Ihre erdverbundene Bildsprache. Kunst ist Lebenselixier und allgegenwärtig. Sie dient dem Schmuck, dem Ritual und der Heilung. Kult, Kultur und Kunst als Manifest menschlichen Daseins. Hier wird Glaube zu Wissen und sitzen Götter und Dämonen mit am Tisch.
Und ihre kraftvolle Verwobenheit mit dem Leben selbst fasziniert und inspiriert mich immer wieder aufs Neue.
Oh, Africa!
The painting *GHANA*, like many of my other works, exemplifies my love and respect for African visual art—if I may be permitted a brief ethnological reflection on art here.
African art draws its life from its history. From its spiritual, archaic power. It is the narratives born of long-standing tradition and oral history. It is its forms and colors. Full of power and strength. It is its signs and symbols. Its earthy visual language. Art is the elixir of life and omnipresent. It serves as adornment, ritual, and healing. Cult, culture, and art as a manifestation of human existence. Here, faith becomes knowledge, and gods and demons sit together at the table.
And its powerful intertwining with life itself fascinates and inspires me time and time again.

Kunst ist das Medium, durch das abstrakte philosophische Fragen greifbar und emotional verständlich werden. Sie übersetzt das Unsagbare in eine visuelle Sprache, welche die Vernunft umgeht und direkt mit dem Innersten kommuniziert.
Vom Wesen meiner Werke: Bilder für die Sinne, Zeichen für die Seele | Eine kurze philosophische Betrachtung
Bilder für die Sinne | die Sinnlichkeit des Ausdrucks
Die menschliche Wahrnehmung ist der Schlüssel zur Welt. In der philosophischen Ästhetik – abgeleitet vom griechischen Wort Aisthesis (sinnliche Wahrnehmung) – wird das Kunstwerk als eine Brücke zwischen der physischen Realität und dem geistigen Leben erfahren. Ein Bild, eine Skulptur oder Installation im Raum zwingt uns dazu, innezuhalten. Es konfrontiert unsere Sinne mit Farben, Formen, Texturen und Proportionen. Diese sinnliche Erfahrung ist essenziell. Sie erdet uns im Hier und Jetzt und öffnet den Geist für tiefere Erfahrungen. Kunstwerke sind in diesem Sinne keine bloßen Dekorationen, sondern hochkonzentrierte Sinnesreize, die unser Bewusstsein schärfen.
Zeichen für die Seele | Symbolik des Inneren
Wo die Sprache an ihre Grenzen stößt, beginnt die Zeichensprache der Kunst. Philosophie beschäftigt sich seit Jahrtausenden mit dem Wesen der menschlichen Existenz, dem Bewusstsein und den großen Fragen des Lebens. Künstler nutzen Symbole, Metaphern und Abstraktionen, um genau diese existenziellen Zustände sichtbar zu machen. Ein künstlerisches Zeichen – sei es ein Pinselstrich, ein Fragment oder ein geometrisches Muster – verdichtet komplexe Emotionen, Ängste, Hoffnungen oder philosophische Konzepte. Es fungiert als ein Schlüssel, der verborgene Türen zur menschlichen Psyche öffnet. Kunst wird so zum Spiegel unserer inneren Welt, die nicht durch rationale Argumente, sondern nur durch Resonanz verstanden werden kann.
Synthese von Reflexion und Transformation
Meine Leitphilosophie “ Bilder für die Sinne, Zeichen für die Seele “ beschreibt die alchemistische Transformation, die in der Kunst stattfindet. Das Sinnliche (Bild) transportiert das Geistige (Zeichen). Ein Kunstwerk berührt uns zunächst auf einer instinktiven, körperlichen Ebene. Im zweiten Schritt wandelt sich dieser Sinnesreiz in der Seele in Erkenntnis, Trost, Irritation oder Inspiration. In der Philosophiegeschichte formulierte die unter anderem Friedrich Nietzsche, der die Kunst als die eigentliche metaphysische Tätigkeit des menschlichen Lebens sah. Kunst und Philosophie bedingen sich gegenseitig: Die Kunst gibt der Philosophie das Material, das sie verarbeiten kann, und die Philosophie gibt dem Kunstwerk seinen tiefen, sinnstiftenden Kontext.
Relevanz für den Betrachter
Letztendlich vollendet sich meine Leitphilosophie erst im Auge des Betrachters. Die Interpretation eines Kunstwerks ist kein passiver Konsum, sondern ein intellektueller und emotionaler Dialog. Wenn wir uns auf ein Bild einlassen, erlauben wir ihm, uns zu berühren. Es lädt uns ein, über uns selbst, unsere Werte und unseren Platz in der Welt nachzudenken.
Art is the medium through which abstract philosophical questions become tangible and emotionally comprehensible. It translates the unspeakable into a visual language that bypasses reason and communicates directly with our innermost selves.
On the Nature of My Work: Images for the Senses, Symbols for the Soul | A Brief Philosophical Reflection
Images for the Senses | The Sensuality of Expression
Human perception is the key to the world. In philosophical aesthetics—derived from the Greek word *aisthesis* (sensory perception)—the work of art is experienced as a bridge between physical reality and spiritual life. A painting, a sculpture, or an installation in a space compels us to pause. It confronts our senses with colors, shapes, textures, and proportions. This sensory experience is essential. It grounds us in the here and now and opens the mind to deeper experiences. In this sense, works of art are not mere decorations, but highly concentrated sensory stimuli that sharpen our consciousness.
Signs for the Soul | The Symbolism of the Inner Self
Where language reaches its limits, the symbolic language of art begins. For millennia, philosophy has explored the nature of human existence, consciousness, and the great questions of life. Artists use symbols, metaphors, and abstractions to give visible form to precisely these existential states. An artistic symbol—be it a brushstroke, a fragment, or a geometric pattern—condenses complex emotions, fears, hopes, or philosophical concepts. It functions as a key that unlocks hidden doors to the human psyche. Art thus becomes a mirror of our inner world, which can be understood not through rational arguments, but only through resonance.
Synthesis of Reflection and Transformation
My guiding philosophy, “Images for the Senses, Symbols for the Soul,” describes the alchemical transformation that takes place in art. The sensory (image) conveys the spiritual (symbol). A work of art first touches us on an instinctive, physical level. In a second step, this sensory stimulus is transformed within the soul into insight, comfort, irritation, or inspiration. In the history of philosophy, this was articulated by figures such as Friedrich Nietzsche, who viewed art as the true metaphysical activity of human life. Art and philosophy are mutually dependent: art provides philosophy with the material it can process, and philosophy gives the artwork its deep, meaningful context.
Relevance for the Viewer
Ultimately, my guiding philosophy is only fully realized in the eye of the viewer. The interpretation of a work of art is not passive consumption, but an intellectual and emotional dialogue. When we engage with a painting, we allow it to move us. It invites us to reflect on ourselves, our values, and our place in the world.

MAGIC MUMBA | Fotografik | Digital Composing
Auf der Spur der Magie, oder wie meine Bildwerke entstehen
Ein Bildwerk entsteht selten nur aus dem Verstand. Es ist vielmehr ein achsames Horchen auf zwei sehr unterschiedliche Rythmen. Auf das flüchtige Erscheinen eines bestimmten Moments in der Fotografie und auf das langsame sich Entwickeln in meiner Malerei. Meine eigenen Lebenserfahrungen und die daraus entstandenen Erkenntnisse formen dabei meinen Blick. So wie unser Leben mit der Zeit wie ein guter Wein zu reifen vermag, so scheint es mir oft auch mit meinen Bildern zu gehen. Es sind die Erkenntnisse der Zeit, welche uns Menschen verändern und gleichzeitig scheinbar im Verborgenen an den Werken mitwirken. Hier berührt die Kunst das Reich der Mystik in dem leisen Wissen, dass unser gesamtes Handeln und Sein, unser Suchen und Gestalten, in einer gesamt göttlichen Gegenwart eingebettet bleibt und stattfindet.
In Search of Magic, or How My Artworks Come to Be
An artwork rarely arises from the mind alone. Rather, it is a mindful attunement to two very different rhythms: the fleeting appearance of a specific moment in photography and the slow unfolding of my painting. My own life experiences and the insights they have yielded shape my perspective. Just as our lives mature over time like a fine wine, so it often seems to me with my paintings as well. It is the insights gained over time that change us as human beings and, at the same time, seem to influence the works in a hidden way. Here, art touches the realm of mysticism in the quiet awareness that all our actions and existence, our searching and creating, remain embedded in and take place within an all-encompassing divine presence.

Michelangelo | die Erschaffung Adams | Abbildung: Wikipedia
Magie der Bildsuche
In der Fotografie führt uns dieser gereifte, suchende Blick nach außen. Es ist ein Explorieren, ein Umherstreifen in Raum und Zeit. Man bewegt sich durch die Welt auf der Suche nach jenen exklusiven Szenen und Motiven, welche eine eigene Kraft und Magie in sich tragen. Doch dieses Suchen ist kein isoliertes Betrachten. In einem mystischen Sinne ist es ein Wiedererkennen dessen, worauf und wonach sich unsere eigene Kreativität reflektiert und sehnt. Manchmal trägt man die Ahnung eines solchen Bildes monatelang in sich, kehrt zurück, wartet und sucht bis die äußere Welt mit der inneren Erwartung verschmilzt. Und dann gibt es diesen unvorhersehbaren einen Augenblick, wo Form, Geschehen, Farbe, Licht und Schatten sich zu einem einzigartigen Motiv vereinen.
The Magic of Image Search
In photography, this mature, searching gaze leads us outward. It is an exploration, a wandering through space and time. We move through the world in search of those unique scenes and subjects that possess their own power and magic. Yet this search is not merely an isolated act of observation. In a mystical sense, it is a recognition of what our own creativity reflects and yearns for. Sometimes one carries the inkling of such an image within oneself for months, returning, waiting, and searching until the outer world merges with the inner expectation. And then there is that one unpredictable moment when form, action, color, light, and shadow come together to form a unique subject.
Das Reifen von Gemälden und Zeichnungen im Atelier
Die Malerei hingegen holt diese Suche nach Innen. Sie beginnt mit dem weißen Papier oder der Leinwand und verlangt nach einem gänzlich anderen Rhythmus. Hier fließt das eigene Reifen direkt in den Gestaltungsprozess mit ein. Ein Werk entsteht bei mir sehr oft über Wochen und Monate hinweg. Es steht im Atelier, ich lebe mit ihm, wende mich ab und kehre wieder zurück. Dieses Nichttun in der Zeit ist kein nutzloses Verharren. Es ist ein unsichtbarer tiefer Prozess, bei dem das Bild im Dunkeln der Pausen an Tiefe gewinnt – so wie ein guter Wein im Fass – erst mit der Zeit zur Vollendung reift. Hierbei wird kreatives Schaffen zur stillen mystischen Praxis. Man erfährt sich selbst nicht mehr als alleiniger Macher, sondern als Teil einer gesamtschöpferischen Dynamik. Es gibt Stunden in denen die Stille verstummt. Die Hand mit Stift und Pinsel findet mühelos den Weg vor dem Gedanken, die Formen und Farben fügen sich intuitiv zueinander und das Werk bringt sich fast wie von selbst ins Leben. Es ist der magische Moment, in dem das eigene Ich bescheiden zurücktritt und Raum für das göttliche Mitwirken freimacht.
The Maturation of Paintings and Drawings in the Studio
Painting, on the other hand, brings this search inward. It begins with a blank sheet of paper or canvas and demands an entirely different rhythm. Here, one’s own maturation flows directly into the creative process. For me, a work very often takes shape over the course of weeks and months. It stands in the studio; I live with it, turn away from it, and return to it again. This period of inactivity is not a useless stagnation. It is an invisible, profound process in which the painting gains depth in the stillness of the pauses—just as a fine wine in a barrel—maturing to perfection only with time. In this way, creative work becomes a quiet, mystical practice. One no longer experiences oneself as the sole creator, but as part of an overarching creative dynamic. There are moments when even the silence falls silent. The hand, holding pen and brush, effortlessly finds its way ahead of thought; forms and colors intuitively come together, and the work comes to life almost of its own accord. It is the magical moment when one’s own ego humbly steps back, making room for divine intervention.

Apollon, Gott der Künste | Abbildung: Wikipedia
Fazit
Ob bei der Bildsuche mit Kamera oder beim geduldigen Entstehungsprozess einer Zeichnung oder Gemäldes: Am Ende spiegeln die Bildwerke immer das eigene Werden und Entwickeln wieder. Für mich sind diese Prozesse auch immer Therapie, Philosophie und Lebenshilfe. Sie zentrieren den Geist und sorgen für Ausgleich. Sie sind Antwort auf metaphysische Fragen für die es in einer Welt der sichtbaren Dinge und Geschehnisse, einer Welt menschlicher Normen und Regelwerke keine wirklich erfüllenden Antworten gibt. So zeigt sich hier in besonderer Weise die göttliche Mithilfe in ihrer tiefsten, mystischen Form. Sie ist kein äußeres Eingreifen, sondern das bewusste Erwachen zu der Erkenntnis, dass wir im Erschaffen, im Reifen und im Sein, untrennbar mit dem Ursprung aller Dinge verwoben sind.
Conclusion
Whether through capturing images with a camera or through the patient process of creating a drawing or painting: In the end, these works of art always reflect one’s own growth and development. For me, these processes are also always a form of therapy, philosophy, and guidance in life. They center the mind and provide balance. They are answers to metaphysical questions for which there are no truly fulfilling answers in a world of visible things and events, a world of human norms and rules. Thus, divine assistance manifests here in a special way in its deepest, most mystical form. It is not an external intervention, but rather the conscious awakening to the realization that, in creating, maturing, and simply being, we are inseparably interwoven with the origin of all things.
Der Geschmack der Zeit
Schon früh faszinierten mich die Zeichen der Zeit in meiner Umgebung. Es waren die Ruinen nach dem Krieg, durch die ich als kleiner Junge, zur Beunruhigung meiner Mutter, gerne spazieren ging und in denen ich nach Zeichen vor meiner Zeit suchte. Es waren alte Wanduhren welche noch an Wänden hingen und Reste von Hausrat die mein kindliches Interesse weckten. Hier hatten Menschen gelebt, geliebt und gearbeitet. Hier wurden Kinder geboren und Tote verabschiedet.
In den Jahren des Wiederaufbaus wurden die Karten dann neu gemischt. Neubauten traten an ihren Platz und verdrängten viele der alten Erinnerungen. Neue Seiten wurden aufgeschlagen und mit frischem Leben beschrieben. Oma und Opas Geschichten verschwanden. Der Geschmack vergangener Geschehnisse aber blieb hier und dort erhalten. Auf Friedhöfen, in Kirchen und Hinterhöfen, unter alten Brücken, in geschützten Vierteln an abgelegenen Orten oder in alten Familienalben.
So streichen meine Hände auch heute noch über Mauerwerke, dessen Erbauer schon seit langer Zeit verstorben sind. So inhaliere ich die Luft in Räumen, in denen die Eltern meiner Großeltern schon versuchten ein anständiges Leben zu führen. So wandel ich auf Pfaden, dessen Geschichte und Geschichten ich zu erahnen versuche. Es ist die Phantasie welche intuitiv zu erfahren und zu verstehen versucht. Es sind all jene Bilder die bei der Betrachtung von Bildern entstehen. Fresken zieren Wände und sind Produkte ihrer Zeit und leben dennoch im Hier und Jetzt. Es ist Kopfsteinpflaster worüber einst die Pferdekutschen fuhren. Es sind Gaslaternen, Mauerwerk, Beichtstühle, Strukturen und Schriften sowie Kunst in Museen auf Leinwände gemalt und in Stein geschlagen um nur einiges zu nennen, was aus längst vergangener Zeit noch erhalten blieb.
Entwicklung bedeutet immer auch Geschichte. Reife und reifen durch Zeit. Geschehnisse welche uns den Weg in die Zukunft weisen. Gestern und Heute. Wir selbst sind Wesen, dessen eigene Evolution auf Vergangenem basiert. Genetisch tragen wir die Spuren und Merkmale unserer Vorfahren in uns. Freude und Schmerz. Handeln oft und unbewusst nach alten Mustern und ähneln unseren Vorfahren nicht nur äußerlich. Ein jeder von uns ist Teil menschlicher Entwicklungsgeschichte und Stufe einer Treppe in eine noch unbekannte Zukunft.
So war und ist es mir ein Herzensanliegen und eine Leidenschaft zugleich mit meiner Kunst Bilder zu formulieren, welche ihre gegenwärtige Präsenz über einen langen Zeitraum an Jahren bewahrt haben und in einem akkumulierten Sinnes- und Gestaltungsprozess zu einer neuen Darstellung in Form und Inhalt gelangen. Viele meiner Fotografiken sind so durch Wandlung entstanden. Es waren und sind Zeichen aus früherer Zeit – verändert, reduziert und überarbeitet mit Elementen meines jetzt Seins zu einer Symbiose aus altem Sinn und neuem Wirken.
Es ist meine Alchemie der schöpferischen Bildgestaltung, mit Zutaten aus Traum, Trauma, Psyche, und Ratio. Es sind Werke welche das Gestern mit dem Heute verschmelzen und verschiedenartige Gedankenwelten miteinander vermählt. Und immer sind sie auch respektvolle Verneigungen vor allem Lebenden und scheinbar lautlos Stillem. Eine Reminiszenz und Würdigung des Lebens in seiner sichtbaren Fülle und ein tiefes Dankeschön an Gottes wundervolle Welt.
The Taste of Time
From an early age, I was fascinated by the traces of time in my surroundings.
They were the ruins left behind after the war, through which I loved to wander as a little boy, much to my mother’s concern, searching for signs from a time before my own. There were old wall clocks still hanging on the walls and remnants of household belongings that awakened my childish curiosity. People had lived, loved, and worked here. Children had been born here, and the dead had been bid farewell.
During the years of reconstruction, the cards were reshuffled. New buildings took their place and displaced many of the old memories. New pages were opened and filled with fresh life. The stories of grandparents gradually disappeared. Yet the taste of past events remained preserved here and there—within cemeteries, churches, and backyards, beneath old bridges, in protected quarters, in secluded places, or in old family albums.
Even today, my hands still glide across masonry built by craftsmen who passed away long ago. I breathe the air in rooms where the parents of my grandparents once struggled to build a decent life. I walk along paths whose history and stories I try to sense and imagine. It is imagination that intuitively seeks to experience and understand. These are the images that arise while contemplating images. Frescoes adorn walls; they are products of their own time and yet continue to live in the here and now. There are cobblestone streets once traveled by horse-drawn carriages. There are gas lanterns, masonry, confessionals, architectural structures, inscriptions, and works of art painted on canvas or carved into stone—to name but a few of the things that have survived from times long past.
Development always also means history. Maturity—and the process of maturing—through time. Events that point the way toward the future. Yesterday and today. We ourselves are beings whose own evolution is founded upon what came before. Genetically, we carry within us the traces and characteristics of our ancestors. Joy and pain. We often act, unconsciously, according to ancient patterns and resemble our forebears not only in appearance. Every one of us is part of humanity’s evolutionary history and a step on a staircase leading toward an as yet unknown future.
For this reason, it has always been both a heartfelt calling and a passion of mine to create works of art that preserve their present-day presence over long spans of time and, through an accumulated process of perception and artistic transformation, arrive at a new expression in form and content. Many of my photographic artworks have come into being through such transformation. They were—and still are—signs from an earlier time, altered, reduced, and reworked with elements of my present self into a symbiosis of old meaning and new creative force.
It is my alchemy of creative image-making, with ingredients drawn from dreams, trauma, psyche, and reason. These are works that merge yesterday with today and unite diverse worlds of thought. And they are always respectful bows before all living things and the seemingly silent stillness. A reminiscence and tribute to life in all its visible abundance, and a profound thank you to God’s wonderful world.

Die visuelle Spiritualität der Urvölker, oder die Sprache des Unsichtbaren
Für die indigenen Völker dieser Erde existiert keine Trennung zwischen der materiellen und der spirituellen Welt. Alles ist beseelt – Tiere, Pflanzen, Steine, Winde und die Ahnen weben gemeinsam am Netz des Lebens. In diesem ganzheitlichen Weltbild ist Kunst kein reiner Selbstzweck und dient nicht der bloßen Dekoration. Sie ist vielmehr ein sakrales Werkzeug, eine visuelle Spiritualität, die das Unsichtbare sichtbar macht und den Dialog mit den kosmischen Kräften aufrechterhält.
Die visuelle Ausdrucksform der Urvölker – sei es in Form von Felsmalereien, rituellen Körperbemalungen, kunstvollen Webereien oder geschnitzten Masken – fungiert als eine universelle Zeichensprache. Symbole wie Spiralen, Kreise und Tiergestalten sind keine abstrakten Dekorationen, sondern lebendige Manifestationen von Schöpfungsmythologien. Bei den australischen Aborigines beispielsweise erzählen die komplexen Punktmalereien von der „Traumzeit“, der Epoche der Weltentstehung. Die Linien und Punkte sind kartografische und spirituelle Führer zugleich; sie verbinden die physische Landschaft mit den Pfaden der Schöpferwesen.
Ein zentrales Element dieser visuellen Spiritualität ist die Transformation. In rituellen Tänzen, etwa bei den Völkern des pazifischen Nordwestens oder im westlichen Afrika, werden Masken getragen, die oft dynamische Mechanismen besitzen. Wenn sich eine Maske öffnet, um das Gesicht eines anderen Wesens zu offenbaren, verschmilzt der Träger mit dem Geist des dargestellten Tieres oder Ahnen. Die Maske ist hier kein Versteck, sondern ein Portal. Auch die temporäre Kunst der Körperbemalung, wie sie bei vielen Völkern des Amazonasgebiets praktiziert wird, ordnet den Menschen in das kosmische Gefüge ein, schützt seine Seele und kommuniziert seinen sozialen sowie spirituellen Status an die Geisterwelt.
Darüber hinaus spiegelt die visuelle Kultur der Urvölker eine tiefe Geometrie der Natur wider. Die Symmetrien in den Mustern nordamerikanischer Navajo-Decken oder die heiligen Webstrukturen der Huichol in Mexiko sind visuelle Gebete. Sie visualisieren die kosmische Ordnung und den Wunsch nach Harmonie (oft als Balance zwischen Mensch und Natur verstanden). Jede Farbe, die oft aus Erden, Pflanzen und Mineralien der eigenen Umgebung gewonnen wird, trägt eine spezifische energetische Bedeutung und verankert das Kunstwerk physisch wie spirituell an dem Ort, dem es entspringt.
In einer modernen Welt, die stark von rationaler Abstraktion und visueller Reizüberflutung geprägt ist, erinnert uns die visuelle Spiritualität der Urvölker an eine fundamentale Wahrheit: Das Bild kann ein heiliger Raum sein. Ihre visuelle Kunst ist die greifbare Brücke zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen, ein dauerhafter Dialog in Farben und Formen, der die Heiligkeit der Schöpfung bewahrt und feiert.
The Visual Spirituality of Indigenous Peoples, or the Language of the Invisible
For the indigenous peoples of this earth, there is no separation between the material and spiritual worlds. Everything is imbued with spirit—animals, plants, stones, winds, and the ancestors all weave together the web of life. In this holistic worldview, art is not merely an end in itself, nor does it serve as mere decoration. Rather, it is a sacred tool, a form of visual spirituality that makes the invisible visible and sustains a dialogue with cosmic forces.
The visual expressions of indigenous peoples—whether in the form of rock art, ritual body painting, intricate weavings, or carved masks—function as a universal sign language. Symbols such as spirals, circles, and animal figures are not abstract decorations, but living manifestations of creation myths. Among the Australian Aborigines, for example, the complex dot paintings tell of the “Dreamtime,” the era of the world’s creation. The lines and dots serve as both cartographic and spiritual guides; they connect the physical landscape with the paths of the creator beings.
A central element of this visual spirituality is transformation. In ritual dances—such as those of the peoples of the Pacific Northwest or West Africa—masks are worn that often feature dynamic mechanisms.
When a mask opens to reveal the face of another being, the wearer merges with the spirit of the depicted animal or ancestor. Here, the mask is not a hiding place, but a portal. The temporary art of body painting, as practiced by many peoples of the Amazon region, also places humans within the cosmic order, protects their souls, and communicates their social and spiritual status to the spirit world. Furthermore, the visual culture of indigenous peoples reflects a profound geometry of nature. The symmetries in the patterns of North American Navajo blankets or the sacred weaving structures of the Huichol in Mexico are visual prayers. They visualize the cosmic order and the desire for harmony (often understood as a balance between humans and nature). Each color—often derived from earth, plants, and minerals found in their immediate surroundings—carries a specific energetic meaning and anchors the artwork, both physically and spiritually, to the place from which it originates. In a modern world heavily influenced by rational abstraction and visual overload, the visual spirituality of indigenous peoples reminds us of a fundamental truth: an image can be a sacred space. Their visual art serves as a tangible bridge between the human and the divine—a lasting dialogue in colors and forms that preserves and celebrates the sacredness of creation.
