Konzepte
DAS ENDE DER KINDHEIT
(VIDEO)
Dieser Film hat als einzigen Kontext meine persönliche Verarbeitung des Endes meiner Kindheit.
Jeder weitere Kontext ist nicht intendiert und schließt sich aus.
Ich empfand das Ende meiner Kindheit als nicht gerade angenehm. Es war die Zeit, in der ich meine Berufsausbildung begann. Aus einer fantasievollen Jugendwelt und kindlich sensiblem Wunschdenken ging es schnell, kühl und geradewegs ins Berufsleben. Und hiermit einher veränderte sich für mich recht Vieles. Ab jetzt war ich ein Leistungsträger der Gesellschaft und hatte zu funktionieren! (Heute, wohl so nicht mehr denkbar!).
Viele Jahre später war es mir wichtig, diesen für mich als sehr schmerzlich empfundenen Wandel
in einem kurzen Video zu reflektieren.
Ich gab ihm den Namen – Das Ende der Kindheit –.
Der Teddy als das Symbol für Kindheit schlechthin half mir dabei, meinen tief empfundenen Schmerz zu verarbeiten.
Und dort, wo er einsam seinen Kopf verliert, wo Kindheitstraum auf Erwachsenen-Welt trifft, dort wo Zeit und Regelwerk das Leben eines Menschen bestimmen, dort stirbt auch immer ein Teil unseres kindlichen Wesens.
So war ich es selbst auch, der im Rahmen bestehender gesellschaftlicher Konventionen mit Hand anlegte an meiner eigenen Normierung.
Heute arbeitet die Psychologie gerne mit dem Inneren Kind und möchte uns mit unserem kindlichen Ich versöhnen.
Ich halte diesen Therapieweg für sehr heilsam und effektiv. Wir alle sind eingeladen mit unserem kindlichen Ich verständnis- und liebevoller umzugehen.
(Mein besonderer Dank an Jens Kerick für Kamera, Bildschnitt und Bearbeitung)
THE END OF CHILDHOOD
(VIDEO)
The sole context of this film is my personal coming to terms with the end of my childhood.
Any other context is unintended and precluded.
I didn’t exactly find the end of my childhood pleasant. It was the time when I began my vocational training. From an imaginative world of youth and childlike, sensitive wishful thinking, I was thrust quickly, coldly, and directly into working life. And with that, quite a lot changed for me. From then on, I was a productive member of society and had to function! (Today, that’s probably unthinkable!).
Many years later, it was important to me to reflect on this transition—which I found very painful—
in a short video.
I named it “The End of Childhood.”
The teddy bear—the quintessential symbol of childhood—helped me come to terms with my deep-seated pain.
And there, where it loses its head all alone, where childhood dreams collide with the adult world, where time and rules dictate a person’s life—that is also where a part of our childlike nature always dies.
So it was I myself who, within the framework of existing social conventions, took it upon myself to conform to the norm.
Today, psychology often works with the “Inner Child” and seeks to reconcile us with our childlike selves.
I consider this therapeutic approach to be very healing and effective. We are all invited to treat our childlike selves with greater understanding and love.
(My special thanks to Jens Kerick for camera work, editing, and post-production)

FREIGANG
(VIDEO)
Die Serie „Freigang“, deren erstes Video in den Allgäuer Voralpen
mithilfe meines Freundes Jens Kerick produziert wurde, basiert auf der Vorstellung,
ein bewegtes Bild ohne wesentlich inhaltliche Veränderungen, ähnlich einer Gehmeditation als dokumentarische Darstellung zu inszenieren.
Die Choreografie fixiert sich auf eine Handlung. Auf ein minimales Geschehen. Auf ein bewusstes Gehen im Hier und Jetzt. Handlung, Umgebung und Person verschmelzen zu einem bewegten Bild. Bewusstheit, Raum und Zeit verbinden sich zu einem kreativen Akt menschlichen DaSeins.
Weitere Freigänge werden folgen.
FREIGANG
(VIDEO)
The series “Freigang,” whose first video was produced in the Allgäu Foothills
with the help of my friend Jens Kerick, is based on the idea of
staging a moving image as a documentary representation without significant changes to its content—similar to a walking meditation.
The choreography focuses on a single action—a minimal event—and on conscious walking in the here and now. Action, environment, and person merge into a moving image. Awareness, space, and time combine to form a creative act of human existence.
More “Freigang” videos will follow.
KREUZ- UND X-SYMBOLIK
Das Symbol des Kreuzes sowie auch des X hat mich seit jeher fasziniert. Nicht deswegen, weil ich als Kind einmal Messdiener gewesen war, sondern wegen seiner vielfältigen Aussagen und Symboliken.
In vielen meiner Arbeiten finden sich Kreuze und X oder Anlehnungen daran. Das Kreuz und X als eines der ältesten Symbole der Menschheit weit vor Beginn des Christentums in Felswände geritzt steht für mich unter anderem für Bewusstheit, Standpunkt, Meinung, Mystik, Raum und Zeit sowie für Glauben und Einheit. Für Richtung und Sinnhaftigkeit sowie für ein Ziel im Endlosen. Es dient der Philosophie, der Wissenschaft und Religion. Und schlussendlich setzt es auch unserem Leben ein symbolisches Ende.
Das Kreuz und X ist für mich ein visueller Kraft-Ort. Ein ausdrucksstarkes Statement in Zeiten allgegenwärtiger Unschärfe.
Dass ich schon immer eine starke Affinität zu Kreuzformen hatte, belegt ein Zeichenlineal aus meiner Grundschulzeit.
Anmerkung:
Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass das christliche Kreuz schon oft für viel Schlechtes herhalten musste und auch zukünftig nicht frei von Schuld bleiben wird. Für mich und meine Arbeiten jedoch soll es nicht für menschliches Fehlverhalten stehen, sondern in erster Linie für Bewusstheit.
CROSS AND X SYMBOLISM
The symbol of the cross, as well as that of the X, has always fascinated me. Not because I was an altar boy as a child, but because of its diverse meanings and symbolism.
Crosses, Xs, or variations thereof appear in many of my works. As one of humanity’s oldest symbols—carved into rock faces long before the dawn of Christianity—the cross and the X represent, among other things, awareness, perspective, opinion, mysticism, space and time, as well as faith and unity. It represents direction and meaning, as well as a goal within the infinite. It serves philosophy, science, and religion. And ultimately, it also marks a symbolic end to our lives.
For me, the cross and the X are a visual place of power—a powerful statement in times of pervasive ambiguity.
A drawing ruler from my elementary school days proves that I’ve always had a strong affinity for cross shapes.
Note:
I am well aware that the Christian cross has often been used to justify many evil deeds and will not remain free of guilt in the future either. For me and my work, however, it is not meant to represent human failings, but first and foremost, awareness.


PSYCHOTHERAPIE
Ein befreundeter Psychologe hatte ihn schon ausgemustert. Er stand im Treppenaufgang und wartete auf seine Entsorgung. Er, ein altgedienter Patientenstuhl und wichtiges Requisit bei der Gesprächstherapie.
Auf ihn saßen wohl viele hunderte Menschen, Frauen und Männer mit ihrem Seelenleid und ihren Sorgen. Irgendwie schien er mir so viel sagen zu wollen. Er war die Werkbank psychischer Bewusstseins- und Erkenntnisarbeit. Auf ihm wurde gesessen, gelitten, gehofft, sich gefreut, geweint, Schmerz und Glück erfahren. Und das sah man ihm auch an. Und nun sollte er, der Zeuge all so vieler Lebensgeschichten, zum Müll und dann zur Verbrennung?
Als ich ihn so da stehen sah, war mir sofort klar, dass ich den in die Jahre gekommenen Stuhl mit all seiner emotionalen Patina zu portraitieren bzw. seine Einzigartigkeit zu dokumentieren hatte.
Nach einer kurzen Rücksprache mit seinem Besitzer fuhr ich das charismatische Möbelstück in mein Studio. Ich überlegte längere Zeit, wie ich ihn sinnvoller Weise am besten fotografiere. Meine Gedanken hierzu würden viele Seiten füllen. Verkürzt sei gesagt, dass er nicht auf einer Startbahn eines benachbarten ehemaligen englischen Militärflughafens landete, sondern ich mich dazu entschied, ihn ganz einfach und klassisch zu fotografieren.
Ein Tränentuch – wie es auch oft Verwendung findet – ergänzt die schlichte Komposition. Das Licht weich und dennoch hart. Nicht wie bei einem Polizeiverhör, eher wie bei einem Statement, ein Prozesspartner hin ins Licht. Hin zu Erkenntnis und Stabilität. Eine Stütze eben, ein Halt in unsicherer Zeit.
PSYCHOTHERAPY
A psychologist friend of mine had already written him off. He stood in the stairwell, waiting to be thrown away. He—a veteran patient’s chair and an essential prop in talk therapy.
Hundreds of people had likely sat on him—women and men with their emotional pain and worries. Somehow, he seemed to have so much to tell me. He was the workbench for psychological work on consciousness and self-discovery. People had sat on him, suffered, hoped, rejoiced, cried, and experienced both pain and happiness. And you could see that in him. And now, this chair—a witness to so many life stories—was supposed to end up in the trash and then be incinerated?
When I saw it standing there like that, I knew immediately that I had to capture this aging chair, with all its emotional patina, in a portrait—to document its uniqueness.
After a brief consultation with its owner, I drove the charismatic piece of furniture to my studio. I spent quite some time thinking about the best way to photograph it effectively. My thoughts on the matter would fill many pages. To put it briefly, it didn’t land on a runway at a neighboring former British military airfield; instead, I decided to photograph it in a simple, classic way.
A handkerchief—as is often the case—complements the simple composition. The light is soft yet sharp. Not like a police interrogation, but more like a statement, bringing a party to the proceedings into the light—toward insight and stability. A pillar of support, a anchor in uncertain times.

SINNBILDER / FOTOGRAFIE
Ich fotografiere nicht was ich sehe sondern fotografiere was ich fühle. Das Bild hinter dem Bild interessiert mich.
Es könnte auch ein schön inszeniertes Nichts sein was ich fotografiere.
Seit ich denken kann ging es mir immer um die verborgenen Werte, Ideen, Aussagen und Gefühle im Leben.
Mich hat nie das Gehirn interessiert, aber immer die Gedanken welche in ihm entstehen. So war und ist es auch mit der Fotografie. Sie ist mir Konzept, Leinwand, Farbe und Pinsel in einem.
Hier durchdringen Technik, Emotion, Realität und Fiktion einander zugleich.
Was heißt da schon Realität, welche Realität soll es denn sein?
Das fotografierte Bild ist immer etwas emanzipiertes. Nur sich selbst bleibt es treu und beständig.
(Klaus Hilmar Winter)
IMAGES / PHOTOGRAPHY
I don’t photograph what I see; I photograph what I feel. I’m interested in the image behind the image.
It could just as easily be a beautifully staged nothingness that I’m photographing.
For as long as I can remember, I’ve always been drawn to the hidden values, ideas, messages, and feelings in life.
I’ve never been interested in the brain itself, but always in the thoughts that arise within it. That’s how it has always been—and still is—with photography. To me, it is concept, canvas, paint, and brush all in one.
Here, technique, emotion, reality, and fiction interpenetrate one another simultaneously.
What does “reality” even mean here? Which reality are we supposed to be talking about?
The photographed image is always something emancipated. It remains true and consistent only to itself.
DAS GESTERN IM HEUTE
Mensch sein heißt auch immer Konfrontation mit der Vergänglichkeit. Der Wandel durch Zeit und deren Einflüsse auf die äußere Welt, deren Bilder, Zeichen und Dokumente. Es ist mir ein großes Anliegen mit den bildhaft inszenierten Prozessen der Zeit zu spielen, sie zu verschmelzen mit meiner „eigenen Zeit“, meinem eigenen Handeln und Wirken. Verstanden als Symbiose aus zufälliger Begegnung und geplantem Werk. So als würden verschiedenartige Intuitionen voneinander zeitlich unabhängig zusammentreffen um ein neues Bildnis zu erschaffen. Mich reizt das Gestern im Heute. Das Vergangene im Aktuellen.
Hieraus entstand das Konzept der Verschmelzung zwischen Vergangenheit und Augenblick. Zwischen Alt und Neu, zwischen Gestern und Heute.
YESTERDAY IN TODAY
To be human also means constantly confronting transience—the changes brought about by time and its influence on the external world, its images, symbols, and documents. It is very important to me to play with the visually staged processes of time, to fuse them with my “own time,” my own actions and work. Understood as a symbiosis of chance encounters and planned work. As if diverse intuitions were to converge, independent of one another in time, to create a new image. I am drawn to yesterday in today. The past in the present.
From this arose the concept of the fusion between the past and the present moment. Between old and new, between yesterday and today.
FREIGANG / CROSSING THE NIGHT
(VIDEO)
Die Choreografie fixiert sich auch hier auf ein minimales Geschehen.
Schritt für Schritt ins Licht der Nacht treten, mit einem archaischen Sonnenkreuz in der Hand. Gegensätze verschmelzen. Licht und Dunkelheit.
Ein hölzernes Kreuz in der Hand tragend vor einer modernen minimalistischen Fassade. Ein Heute trifft auf Gestern. Ein Mensch zwischen Erscheinung und Vergehen.
Zwischen Bewegung und Stillstand. Zwischen Erleuchtung und Dunkelheit. Ein Rendezvous zwischen Bewusstheit und Trance.
FREIGANG / CROSSING THE NIGHT
(VIDEO)
Here, too, the choreography focuses on minimalist action.
Stepping into the light of the night, step by step, holding an archaic sun cross in hand. Opposites merge. Light and darkness.
Carrying a wooden cross in one’s hand in front of a modern, minimalist facade. Today meets yesterday. A person caught between appearance and transience.
Between movement and stillness. Between enlightenment and darkness. A rendezvous between consciousness and trance.

WINDSPIEL
FILMMEDITATION / TRANSFORMATION
(VIDEO)
WIND PLAY
FILM MEDITATION / TRANSFORMATION
(VIDEO)
A visual meditation as part of my Allgäu video concepts.
Minimalist and focused on the wind’s interplay with the fabric of life.
Standing in the wind and experiencing change, just as we all stand in life and are transformed by the winds of events and experiences, only to eventually fade and pass away.
More visual meditations will follow.
Eine Bildmeditation im Rahmen meiner Allgäuer Videokonzepte.
Minimalistisch und fokussiert auf das Spiel des Windes mit dem Stoff des Lebens.
Im Wind stehen und Veränderung erfahren, so wie wir alle im Leben stehen und uns im Wind der Geschehnisse und Erfahrungen verändern, um irgendwann zu verblassen und zu vergehen.
Weitere Bildmeditationen werden folgen.
DAS MORBIDE UND DIE DUALITÄT DER QUALITÄTEN
Schon als kleines Kind hat sie mich magisch angezogen, die morbide Kraft hinter der Ästhetik des scheinbar Makellosen und Unvergänglichen. Sie war der Fingerzeig einer Realität, die kaum jemand sehen mochte.
Die Schwäche des Alters und der mit ihr verbundene Verfall war und ist kein Liebling der Medien und Gedanken.
Für mich liegt auch im Verfall und der Verwahrlosung immer auch ein ästhetischer Prozess.
Die Spuren der Zeit an Häuserfassaden zu lesen ist Berührung mit der Vergangenheit. Gestern und Heute verschmelzen zu einer neuen zeitlichen Dimension, der wir bewusst beiwohnen können.
Die Melodie aus Alt und Neu, aus Kraft und Schwäche, aus Reinheit und Schmutz ist universell und ewig.
Keine Plastizität, keine räumliche Gestalt und kein Leben ohne Licht und Schatten.
Oft ist es das Credo der Vergänglichkeit was unsere Herzen berührt und dort lange wirksam bleibt.
In allem Neuem, in allem Blühenden steckt von Anbeginn an schon ein Hauch von Verfall und Vergänglichkeit.
Die Ästhetik des Zerfalls ist eine über Jahre, Jahrzehnte und auch oft über Jahrhunderte hinweg wirkende Aufführung einer kontinuierlichen Veränderung und Wandlung.
Ich liebe dieses morbide Wirken, die Urkraft und das ewig treibende Wesen dahinter.
Es ist die allseits sichtbare Transformation von Sein und Werden.
THE MORBID AND THE DUALITY OF QUALITIES
Even as a small child, I was magically drawn to the morbid power behind the aesthetics of the seemingly flawless and imperishable. It was a hint of a reality that hardly anyone wanted to see.
The frailty of old age and the decay associated with it was—and remains—not a favorite subject of the media or public discourse.
For me, decay and neglect always contain an aesthetic process as well.
Reading the traces of time on building facades is a connection to the past. Yesterday and today merge into a new temporal dimension that we can consciously witness.
The melody of old and new, of strength and weakness, of purity and grime is universal and eternal.
There is no plasticity, no spatial form, and no life without light and shadow.
Often, it is the credo of transience that touches our hearts and remains there, exerting its influence for a long time.
In everything new, in everything that blossoms, there is already, from the very beginning, a hint of decay and transience.
The aesthetics of decay is a performance of continuous change and transformation that unfolds over years, decades, and often even centuries.
I love this morbid effect, the primal force, and the eternally driving essence behind it.
It is the universally visible transformation of being and becoming.
BIN MAL EBEN WEG !
Wie nimmt man fotografisch Abschied von einem guten Freund? Wie behält man einen Menschen in Erinnerung, der in seiner Komplexität hätte Bücher füllen können. Ein Foto, stellvertretend für so viele Erlebnisse und Erinnerungen. Ein Bild als experimenteller Versuch in stark reduzierter Form den Klang einer Lebensgeschichte ein wenig einzufangen. In wieweit mir dies gelang, mögen all jene beurteilen, die ihn persönlich gut kannten.
(Mein besonderer Dank an Bärbel für ihre Mithilfe)
I’M JUST STEPPING AWAY FOR A BIT!
How do you say goodbye to a good friend through photography? How do you keep the memory alive of someone whose complexity could have filled entire books? A single photo, representing so many experiences and memories. An image as an experimental attempt to capture, in a highly simplified form, a little of the essence of a life story. To what extent I succeeded in this, I leave to the judgment of all those who knew him well personally.
(My special thanks to Bärbel for her help)

BILDSUCHE
Bei einem Besuch der Abtei St. Benedictusberg in den Niederlanden war ich auf der Suche nach religiösen Szenarien und Symboliken.
Beim achtsamen Durchschreiten der öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten fielen mir im großen Gotteshaus eine Reihe von Pfeilen und Kreuzen auf dem Steinboden auf.
Sie waren dort mithilfe von Klebebändern temporär aufgebracht, um den Mönchen im Rahmen größerer Festlichkeiten beim Einzug ins Kirchenschiff den Weg wie auch ihren Standort zu weisen.
Hier fand ich sie denn auch, meine Szenerie und Symbolik.
(Sinn)Suche, Orientierung, Standort und Standpunkt verbinde ich sehr gerne in meinen philosophischen Lebensbetrachtungen. Sie sind häufig die Triebfeder meiner kreativen Ausflüge in ein Leben voller Fragezeichen und Interpretationen.
Von daher hatte ich hier ein für mich ansprechendes Motiv gefunden. Und dass es als Klebeband auch noch dem zeitlichen Verfall ausgesetzt wurde, machte es für mich umso reizvoller, zumal auch Zeichen der Vergänglichkeit eines meiner Themenkomplexe berührt.
Eine bildtechnische Nachbearbeitung diente dann der Optimierung und Fokussierung des Werks auf der ihr von mir zugedachten Aussage.
IMAGE SEARCH
During a visit to St. Benedictusberg Abbey in the Netherlands, I was on the lookout for religious scenes and symbols.
As I walked mindfully through the areas open to the public, I noticed a series of arrows and crosses on the stone floor of the large church.
They had been temporarily affixed there with adhesive tape to guide the monks—and indicate their positions—as they entered the nave during major celebrations.
And that’s where I found them—my scene and my symbolism.
I very much enjoy weaving together the search for meaning, orientation, location, and perspective in my philosophical reflections on life. They are often the driving force behind my creative explorations of a life full of question marks and interpretations.
That’s why I found a motif here that appealed to me. And the fact that, as adhesive tape, it was also subject to the ravages of time made it all the more appealing to me, especially since the notion of transience touches on one of my central themes.
I then used post-processing techniques to optimize the work and focus it on the message I intended it to convey.


KIRCHBAU ZU ÜBERLINGEN
Eine andere Exkursion führte mich an den Bodensee, in das Überlinger Münster. Dort wurden derzeit umfangreiche Renovierungsarbeiten am Gewölbe oberhalb des Altarraumes durchgeführt. Um den Besuchern die Bausituation optisch ein wenig zu versüßen, hatte man eine große bedruckte Plane abgehangen, um die tristen Baugerüste ein wenig zu verbergen. Und Kaschieren – also das Verbergen und Verschönern von Wahrheiten ist für mich immer ein reizvolles und gesuchtes Thema meiner fotografischen Arbeiten. So entstand hierbei meine Fotografie Kirchbau zu Überlingen.
CHURCH CONSTRUCTION IN ÜBERLINGEN
Another excursion took me to Lake Constance, to the Überlingen Cathedral. Extensive renovation work was currently being carried out there on the vault above the altar area. To make the construction site a little more visually appealing to visitors, a large printed tarp had been hung up to partially conceal the dreary scaffolding. And concealment—that is, the act of hiding and embellishing truths—is always a fascinating and sought-after theme in my photographic work. This is how my photograph *Church Construction in Überlingen* came to be.


GEWEIHTES WASSER
Ein Ausschnitt meiner Arbeiten beschäftigt sich mit dem Thema – Glaube und Spiritualität – So gehören auch deren heilige Rituale mit zu meinem Schaffensprozess. Geweihtes Wasser dient mir mitunter zur Segnung ausgewählter Werke. Es symbolisiert für mich die Allgegenwart Gottes und huldigt mir sein unermesslich schöpferisches Werk, zu dem auch ich mich in Demut zählen darf.
HOLY WATER
A portion of my work explores the themes of faith and spirituality—and so their sacred rituals are also part of my creative process. I sometimes use holy water to bless selected works. For me, it symbolizes the omnipresence of God and pays homage to His immeasurable creative work, to which I, too, am humbly allowed to count myself as a part.

ZUFALL UND ACHTSAMKEIT
Zufall und Achtsamkeit spielen dem Künstler so manches Mal in seine Kreativität. So bei einer Reise durch den Süden Deutschlands, wo ich an einer schon länger nicht mehr belegten 18/1 Plakatfläche vorbei kam und mir die stark verletzte Oberfläche des nackten Holzes auffiel. Das Sonnenlicht stand schräg zum Holz und all die vielen kleinen Hinterlassenschaften früherer Plakatierungen hinterließen im Schattenwurf ihre abstrakt wirkenden Formen und Farben.
Ich selbst hätte es nicht besser so malen können und nahm mir daher Zeit für ein großformatiges Foto, dieser mir geschenkten Szene.
CHANCE AND MINDFULNESS
Chance and mindfulness often play a role in an artist’s creativity. This was the case during a trip through southern Germany, where I passed by an 18/1 billboard that hadn’t been used in quite some time and noticed the heavily weathered surface of the bare wood. The sunlight was shining at an angle to the wood, and all the many small traces left behind by previous posters cast shadows that formed abstract-looking shapes and colors.
I couldn’t have painted it any better myself, so I took the time to snap a large-format photo of this scene that had been gifted to me.


SZENISCHES MOTIV
Hier bei der Erstellung eines szenischen Motivs in Ittingen, Schweiz. Ich kombiniere eine alte Wandstruktur und deren Schriftzeichen mit dem Schatten meiner Hand. So verschmilzt Vergangenheit mit heutigem Geschehen und es entstehen Bilder temporärer, surrealer Realität.
SCENIC MOTIF
Here, creating a scenic motif in Ittingen, Switzerland. I combine an old wall texture and its inscriptions with the shadow of my hand. In this way, the past merges with present-day events, giving rise to images of a temporary, surreal reality.


ZUR MENSCHLICHEN BEDEUTUNG IM UNIVERSELLES RAUM
Bereise ich den Süden Europas, so sitze ich des Nachts oft stundenlang in Stühlen und sehe in den nächtlichen Himmel. Die unendlichen Weiten und Größendimensionen in Bezug auf uns Menschen lassen mich immer wieder ehrfürchtig in eine tiefe innere Stille fallen. Das menschliche Leben so kurz, umgeben von Endlosigkeit und Größe! Die Frage nach dem Sinn unseres Seins sowie nach unserer Bestimmung lässt wohl viele Menschen in ähnlichen Augenblicken innehalten. Es sind Begegnungen und Berührungen mit einer uns fremden Realität. Hier bleibt oft nur der Glaube als Hilfe auf Erkenntnis. So liegt es nahe, dass mich Bildmotive zu Raum und Zeit, zu Sinn und Unsinn, zu Traum und Realität, zu Hier und Jetzt, zu Sein und Nichtsein, zu Nacht und Tag, zu Kalt und Warm, zu hoffen und verzweifeln, schon immer berührt haben. Was bleibt ist die Kraft der Gegensätze, der Ambivalenz unseres Lebens. Der Mystik und Magie unserer Kreativität im Angesicht Gottes, oder wie ES auch immer von uns genannt werden möchte?
ON HUMAN SIGNIFICANCE IN THE UNIVERSE
When I travel through southern Europe, I often sit in a chair for hours at night, gazing up at the night sky. The infinite expanses and vast scales of the universe, relative to us humans, repeatedly fill me with awe and draw me into a deep inner stillness. Human life is so brief, surrounded by endlessness and grandeur! The question of the meaning of our existence and our purpose likely causes many people to pause in moments like these. These are encounters and touches with a reality foreign to us. Here, faith is often the only aid on the path to understanding. So it stands to reason that visual motifs—those of space and time, of meaning and meaninglessness, of dream and reality, of the here and now, of being and non-being, of night and day, of cold and warm, of hope and despair—have always moved me. What remains is the power of opposites, the ambivalence of our lives. The mysticism and magic of our creativity in the presence of God—or whatever name IT may wish us to call it?

LANI * | Zeichnung | * hawaiianisch für Himmel, Himmelreich
DETEKTIVISCHES GESPÜR
Um außergewöhnliche Bildvorlagen zu finden, gehört oft ein detektivisches Gespür dazu. Wo, wie und was könnte ein lohnendes Motiv sein, aus dem sich ein für mich gutes Bild extrahieren ließe? Dort wo Menschen zum Beispiel auf besondere Weise ihre Spuren hinterließen. In diesem Zusammenhang fiel mir bei einer meiner Begehungen in einer schönen, recht alten christlichen Kirche ein ausgelegtes Buch mit Fürbitten auf. Unter all den Seiten – voll beschrieben mit Wünschen in großer Not sowie Zeilen der Freude und des Dankes – fand ich auch einen von Kindern und wohl Jugendlichen vollgekritzelten Einband mit deren Vornamen und Kürzeln. Ich fotografierte den Einband und überarbeitete ihn digital ohne jedoch das Original in seiner Darstellung wesentlich zu verändern. In einer dunklen Ecke, fast unscheinbar, lag dieser für mich so herzlich schöne Schatz verborgen und wollte wohl von mir gefunden werden.
A DETECTIVE’S INSTINCT
Finding extraordinary visual subjects often requires a detective’s instinct. Where, how, and what might be a worthwhile subject from which I could extract a good image? For example, places where people have left their mark in a special way. In this context, during one of my visits to a beautiful, quite old Christian church, I noticed a book of intercessions lying open. Among all the pages—filled with wishes in times of great need as well as lines of joy and gratitude—I also found a cover scribbled all over by children and, presumably, teenagers with their first names and initials. I photographed the cover and digitally edited it without, however, significantly altering the original’s appearance. Hidden in a dark corner, almost inconspicuous, lay this treasure—so heartwarming to me—and it seemed as though it was meant to be found by me.

FANTASIE UND KONSTRUKTIVE KREATIVITÄT
Aus einfacher Suche nach bildhaften Erlebnissen können mit Fantasie und konstruktiver Kreativität Bildwerke entstehen. So wie in diesem Beispiel. Eine vom Wind in Falten gelegte Abdeckplane für Futterrüben diente mir als Vorlage. Durch Abstraktion von vorhandenem und Komposition von Neuem entstand meine Fotografik – Schnabeltiere in der Sonne. Gut sichtbar ist der Kopf des oberen Schnabeltieres auf dem Ausgangsfoto.
IMAGINATION AND CONSTRUCTIVE CREATIVITY
A simple search for visual experiences can give rise to visual works through imagination and constructive creativity. Just as in this example. A tarpaulin covering fodder beets, ruffled by the wind, served as my template. Through the abstraction of existing elements and the composition of new ones, my photographic work—“Platypuses in the Sun”—was created. The head of the upper platypus is clearly visible in the original photo.


