Visualität und Empfindung
Auf den Seiten Visualität und Empfinden möchte ich gerne auf die Kraft der Visualität und deren Auswirkungen auf unser aller Leben zu sprechen kommen.
Seit vielen Jahren bewegt mich das Thema und ich hatte zwischenzeitlich schon einmal mit dem Gedanken gespielt, hierüber auch ein Buch zu schreiben.
Ich befand mich bereits in der Phase einer fortgeschrittenen Recherche und Stoffsammlung sowie einer abgeschlossenen Inhaltsstruktur. Und so wäre es schade, einer interessierten Leserschaft den Einblick in meine Vorarbeiten, Überlegungen und Analysen zu verwehren.
Sie haben mein Sehen verändert und meine Gefühle für visuelle Darstellungen in jeglicher Form geschärft. Sie haben mein Werk als Künstler mit geprägt und mich reifen lassen.
An dieser Stelle möchte ich in unregelmäßigen Zeitabständen Themen zur Visualität beitragen.
Mag es sie ein wenig mehr sensibilisieren für die Kraft und Wirkung der Bilder, die sie täglich umgeben und sie anregen, bewusster mit ihnen umzugehen.
Ich möchte noch darauf hinweisen, dass nicht alle hier getroffenen Aussagen einer wissenschaft- lichen Betrachtung entsprechen, sondern vielfach meine Beobachtung, Erfahrung und der daraus entwickelten Meinung wiedergeben.
Unser tägliches Sehen generiert viele einzelne Bilder, welche wie ein unendlich langer Strang
zu einem inneren Lebensfilm verschmelzen. Mit unserem Sehen erfahren wir die sichtbare Welt
und mit unserem Geist interpretieren wir die Bildinhalte.
Ich glaube, Hermann Hesse schrieb einmal in einem seiner Bücher sinngemäß, der Zustand einer
Gesellschaft ließe sich an der Art ihrer aktuellen Musik erkennen. Ich möchte mich
hier gerne anlehnen in dem ich glaube, dass Bilder (in Form von täglicher Lebensbetrachtung) ebenfalls anschauliche Rückschlüsse auf heutige Gesellschaftszustände ermöglichen.
Sie vermitteln Werte und Normen, dokumentieren soziales Verhalten und sind Zeitzeugen schlechthin. Wer Bilder zu lesen vermag, in ihnen Details studiert, kann aufschlussreiche Gesellschaftsstudien betreiben.
So wie es möglich ist und war in den Gemälden alter Meister zu lesen – die Anliegen, Freuden und Nöte jener Epochen zu erfahren -, so lassen sich auch die Bilder unserer Zeit, trefflich interpretieren und
Rückschlüsse auf den Zustand der Gesellschaft ziehen.
