Das Morbide und die Dualität
Schon als kleines Kind hat sie mich magisch angezogen, die morbide Kraft hinter der Ästhetik des scheinbar makellosen und unvergänglichen.
Sie war der Fingerzeit einer Realität die kaum jemand sehen mochte.
Die Schwäche des Alters und der mit ihr verbundene Verfall war und ist kein Liebling der Medien und Gedanken.
Für mich liegt auch im Verfall und der Verwahrlosung immer auch ein ästhetischer Prozess.
Die Spuren der Zeit an Häuserfassaden zu lesen ist Berührung mit der Vergangenheit. Gestern und Heute verschmelzen zu einer neuen zeitlichen Dimension, der wir bewusst beiwohnen können.
Die Melodie aus alt und neu, aus Kraft und Schwäche , aus Reinheit und Schmutz ist universell und ewig.
Keine Plastizität, keine räumliche Gestalt und kein Leben ohne Licht und Schatten.
Oft ist es das Credo der Vergänglichkeit was unsere Herzen berührt und dort lange wirksam bleibt.
In allem Neuem, in allem Blühenden steckt von Anbeginn an schon ein Hauch von Verfall und Vergänglichkeit.
Die Ästhetik des Zerfalls ist eine über Jahre, Jahrzehnte und auch oft über Jahrhunderte hinweg wirkende Aufführung einer kontinuierlichen Veränderung und Wandlung.
Ich liebe dieses morbide Wirken, die Urkraft und das ewig treibende Wesen dahinter.
Es ist die allseits sichtbare Transformation von Sein und Werden.
